Vergiss schwere, klebrige Rotweine, die dir nach zwei Schlucken den Stecker ziehen: Was Jérôme Arnoux da aus den kargen Mergelböden im Jura zaubert, ist pure, ungeschminkte Trinkfreude mit Haltung. Im Glas leuchtet der Poulsard fast wie ein dunkler Rosé, schlägt geschmacklich aber ein wie eine Bombe: Wilde Walderdbeeren, herbe Hagebutte, feuchte Walderde, getrocknete Kräuter und ein feiner Hauch weißer Pfeffer, unterlegt von einer vibrierenden, kühlen Säureader.
Das Tannin ist hauchzart, fast schwebend, packt am Gaumen aber genau mit dem richtigen, salzigen Grip zu. Ein absolut sehniger, leichtfüßiger Tropfen, der komplett ohne Make-up auskommt und dir beweist, warum das Jura bei echten Weinnerds gerade völlig zu Recht gehyped wird. Unbedingt leicht gekühlt servieren; matcht grandios zu luftgetrocknetem Schinken, Comté, gegrilltem Hühnchen, Tatar oder einfach direkt aus der Flasche, um die Laune schlagartig auf Sonnentag zu stellen.